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Der onlineshop in einem offline-shop

| Unser Besuch im Future Store in Arnheim

  • 23 September 2019
  • 997
  • Jesper Schoofs

Was ist der ideale Start nach dem Sommer, um wieder an die Arbeit zu gehen? Natürlich… Inspiration! Wir fuhren am Dienstag, 3. September 2019 mit einer ausgewählten Gruppe von 12 Kollegen in den Future Store in Arnheim. Hier kann man 53 Innovationen im Einzelhandel auf nur wenigen Quadratmetern bewundern. Vor 2 Monaten wurde dieser Standort vom Unternehmen Vertilinq eröffnet. Der Future Store erfreut sich enormer Beliebtheit, inzwischen haben mehr als 1000 Menschen den Store besucht. Grund genug, hier einen Blick darauf zu werfen!

Über Vertilinq

Dieses niederländische Unternehmen hat eine Plattform entwickelt, bei der alle Online- und Offline-Kanäle, einschließlich aller benötigten Partner, von einem System aus gesteuert werden. Dieses Unternehmen wurde von Ger Boersma, Kasper Kwant und Jorik Schouten gegründet. Diese XML-RPC-Software ist inzwischen bei 325 Accounts implementiert worden. Dies erstreckt sich von großen Namen wie Amazon, Zalando und eBay bis hin zu Einzelhandelsketten wie Duetz, Adam und Micro Fashion. Der Future Store zeigt mit der Software auf, welche Innovationen in verschiedenen Einzelhandelsfilialen möglich sind.

Unser (digitaler) Besuch

Um 11:00 Uhr wurden wir im Future Store erwartet. Dort wurden wir von Ger Boersma und Kasper Kwant begrüßt, die auch die zweistündige Führung übernahmen. Bei einer guten Tasse Kaffee zum Auftakt erfuhren wir schon bald, dass wir beim Betreten des Ladengeschäfts bereits digital im Future Store “gesichtet” worden waren. Eine verrückte Idee, aber das alles passierte in nur ein paar Sekunden mittels einer intelligenten Kamera, die Gesichter und Emotionen erkennt. Das heißt, dass – wenn Sie beispielsweise am Utrechter Hauptbahnhof in gestresster Stimmung in ein Bekleidungsgeschäft laufen – die Kamera dies sofort erkennt. In einer zukunftsorientierten Welt könnte dann ein Signal an das Smartphone des Filialmitarbeiters gesendet werden, das die Stimmung von Ihnen als Kunde offenbart. Diese Informationen werden im XML-RPC-System gespeichert. Hier kann man im Ladengeschäft genau sehen, wie viele Personen hereingekommen sind, wie lange ein durchschnittlicher Besuch gedauert hat, wie hoch der prozentuale Anteil in Bezug auf die Conversion ist und wie das mengenmäßige Verhältnis Männer/Frauen ist. Man kann sich das wie einen Online-Store in einem Offline-Store vorstellen.

Verschiedene Innovationen
Ab diesem Zeitpunkt wurden wir in die Geschichte des Future Stores mitgenommen. In dieser Geschichte erschienen die 53 Innovationen, die meist mit “echten” Produkten präsentiert wurden. Diese reichten von Hosen, Polo- und Oberhemden bis hin zu Getränken, Gemüse und Spielkarten. Einige besondere Innovationen, die uns aufgefallen sind:

  • Ein Regenschirm, der seinen Preis selbständig entsprechend dem Wetter draußen anpasst, sowohl Online als auch auf dem physischen Preisschild. So kostet der Regenschirm bei schönem Wetter 7,50 €, bei Nieselregen 10,00 € und bei normalen Regen ändert sich der Preis auf 12,50 €.
  • Der Geschäftsinhaber kann ein Google Home mit seiner Stimme benutzen, um dem gesamten Geschäft auf einen Schlag 20% Rabatt zu geben, dies geht direkt sowohl für Online als auch für Offline;
  • Ein interaktives Schuhregal, bei dem die Schuhsohlen durch einen Aufkleber mit dem Bestandssystem verbunden sind. Indem man einen Schuh aus dem Regal herausnimmt, zeigt eine Videoanzeige auf dem Bildschirm an, wie dieser spezielle Schuh für eine Person auf der Straße aussieht;
  • Ein QR-Code auf den physischen Preisschildern einer Hose, von wo aus Sie auf die Webshop-Seite des Artikels weitergeleitet werden. Auf dieser Webseite erscheint auch eine Pop-up-Nachricht, in der Sie gefragt werden, ob Sie Hilfe von einem Mitarbeiter des Ladengeschäfts in der physischen Filiale, in der Sie sich gerade befinden, wünschen;
  • Alle Ladenartikel im Future Store sind mit einem eindeutigen RFID-Code versehen. Dieser Code ist mit dem Bestandssystem verknüpft. Dies bietet den Vorteil, dass Sie innerhalb einer Minute den Bestand eines gesamtes Ladengeschäfts abgleichen können. Dies geschieht, indem man mit einem Scanner durch das Ladengeschäft geht und das System prüft, ob die RFID-Codes mit dem Bestand übereinstimmen.

Laut Future Store die Zukunft im Einzelhandel.

Inzwischen gibt es in fast allen Einzelhandelsorganisationen Dutzende von Marketingleuten, die täglich Online-Dashboards auf den Kopf stellen und auf die Statistiken von Google Analytics schwören. Aber, weshalb gilt dies nur für die Online-Umgebung? Was ist mit all den physischen Ladengeschäften und den Hunderten von Kunden, die diese täglich betreten? Nach Ansicht der Mitarbeiter des Future Store werden diese beiden Welten in Zukunft miteinander verschmelzen. Tracken heißt wissen. „Wenn Sie etwas nicht getrackt haben, können Sie es nicht wissen“, sagt Ger Boersma. Schlussendlich sollten alle Online- und Offline-Daten des Kunden, der Filialen und Produkte mit Hilfe eines zentralen intelligenten Softwaresystems zusammengestellt werden.

Vergessen Sie das manuelle Anbringen von Stickern auf Produkten, das Zählen von Beständen, das schrittweise Überprüfen von Frachtkisten oder das Spekulieren, warum diese eine Filiale ihr Budget stets nicht einhält. Die Zukunft des Einzelhandels wird, so Ger und Kasper, von intelligenten Daten getrieben und damit sowohl in der Online- als auch in der Offline-Welt gesteuert. Dies ist schneller, effizienter, genauer und spart jedem Einzelhandelsunternehmen Geld.

Quelle Fotos: Future Store, Arnheim (Facebook) https://www.facebook.com/futurestorearnhem